Das Erbe auf die nächste Generation übertragen

Die Testierfreiheit in Deutschland garantiert jedem Bürger, dass er durch Testament oder Erbvertrag bestimmen kann, was mit seinem Erbe nach seinem Tod passieren soll. Freilich ist die Testierfreiheit in zahlreichen Punkten eingeschränkt. Die grundlegendste Einschränkung ist wohl die vom Staat erhobene Erbschaftsteuer. Es ist also keineswegs so, dass man nur ein formwirksames Testament errichten müsste, um auf diesem Weg sein angesammeltes Vermögen komplett auf die nächste Generation zu übertragen. Man kann vielmehr, wenn die Erben nicht auf ihnen zustehende Freibeträge zugreifen können, davon ausgehen, dass ein Großteil des eigenen Vermögens beim Fiskus landet. Davon hat man im Rahmen der Testierfreiheit sicher nichts in sein Testament geschrieben.

Diese Einschränkung der Testierfreiheit vollzieht sich vielmehr per Gesetz und ist nach Urteilen des Verfassungsgerichts auch mit dem Grundgesetz vereinbar. Eine weitere Einschränkung der Testierfreiheit besteht in dem ebenfalls gesetzlich normierten Pflichtteilsrecht in Deutschland. Dieses Pflichtteilsrecht sichert den nächsten Angehörigen des Erblassers eine Mindestbeteiligung am Nachlass.

Es bringt dem Erblasser also nichts, wenn er seine Kinder oder den Ehegatten in seinem Testament enterbt. Im Erbfall greift das Gesetz ein und sichert den nächsten Angehörigen einen Anspruch gegen den Erben. Das Erbe wandert also auch im Bezug auf das Pflichtteilsrecht nicht ungeschmälert auf die im Testament benannten Erben, sondern man muss die Einschränkungen des Pflichtteilsrechts berücksichtigen. Die Testierfreiheit besteht auch nicht für jeden Bürger. Ähnlich wie die Geschäftsfähigkeit zur Vornahme von Rechtsgeschäften vorausgesetzt wird, benötigt man zur Erstellung eines Testaments die so genannte Testierfähigkeit. Erst wenn man 16 Jahre alt ist, kann man ein Testament errichten. Auch der Fünfzehnjährige ist also in seiner Testierfreiheit eingeschränkt. Hat man aber erst einmal das 16. Lebensjahr erreicht, kann man kann sein Erbe durch Testament übertragen, auf wen man will. Dabei haben noch nicht volljährige Personen zu beachten, dass sie nur ein so genanntes öffentliches Testament errichten können. Erben können also nur in einem Dokument benannt werden, das mit Hilfe eines Notars errichtet wird.